Freitag, 2. März 2012

Hall of fame V

Hall of fame mit Dominique und Hanes

Nebst Essen, Bergen, und Bewegung fehlen uns hier in London am meisten unsere Familie und Freunde. Um so schöner wenn sie uns hier besuchen kommen!

Am Wochenende vom 10.-12. Februar haben wir das Vergnügen, Dominique & Hanes bei uns in London zu begrüssen. Sie sind die ersten Gäste, die vorgängig eine lange Liste von To Do's zusammengestellt haben, und so ist von Anfang an klar, dass wir ein strenges Wochenende vor uns haben. Und wie sich herausstellt, wird es auch das mit Abstand kälteste sein, das wir hier erleben werden.

Sie kommen am Freitagmorgen früh an und starten gleich ihre erste Tour in Richtung South Bank. Die Besichtigung des Towers wird zwar wegen teuren Eintrittspreisen bis auf weiteres verschoben. So marschieren sie via Millenium Bridge, entlang der Themse gegen Südwesten, vorbei am Tate Modern, London Eye, bis zum Big Ben und noch weiter.

1kg British Beef
Zum vereinbarten Treffpunkt in Holborn kommen Baurs zu spät. Die Central Line hat eine Störung. Stefan schwingt sich auf ein Barclay Bike und kämpft sich ab Queensway durch den Freitagabendverkehr, während Sarah die letzten zwei Stationen nach Holborn zu Fuss zurücklegt. Ganze dreissig Minuten zu spät begrüssen wir unsere lieben Freunde in London. Bevor wir unsere Reservation in einem der besten Steakhouses der Stadt wahrnehmen können, überbrücken wir die Wartezeit in einem der vielen Pubs in der Nähe. Wer in London nämlich einen Tisch in einem anständigen Restaurant zu einer würdigen Zeit möchte, weiss Tage oder sogar Wochen im Voraus zu buchen. Um 22:00h setzten wir uns endlich an unseren Tisch im Hawksmoor, speisen bestes UK-Beef und schmieden Pläne für die kommenden Tage.



Samstagmorgen, der Himmel ist stahlblau, doch es geht ein eisiger Wind, als wir die Pforten des Britisch Museum betreten. Auf dem Platz wimmelt es von asiatischen Touristen mit Fotoapparaten. Die Museen Londons sind beliebt, besonders auch weil die allermeisten gratis sind. Der Innenhof verzaubert uns mit geometrischer Architektur und die Sonne wirft wunderbare Schattenzeichnungen. Herrlich.




Doch auf uns wartet eine der grössen kulturgeschichtlichen Sammlungen überhaupt. Mumifizierte Pharaonen, aus Stein gemeisslte Griechen und Römer, indische, chinesische, japanische Sachen Objekte Dinger.
Ich (Sarah) frage mich wie die Briten zu all dem Zeugs gekommen sind...









Das Wetter zieht uns wieder nach Draussen und lädt uns auf einen Spaziergang im Hydepark ein.








Nach dem schönen Spaziergang durch den Hyde Park besuchen wir das Tate Modern und lassen uns von zeitgenössischer Kunst (contemporary art) entzücken.






Der Sonntag ist in London nur an wenigen Orten zu finden. Auch nicht im Topshop am Oxford Circus, wo man einfach mal hinein muss wenn man in London ist. Wenn sich die Augen nach der Reizüberflutung wieder erholt haben und sich das Gehirn wieder erinnert, warum und was man einkaufen möchte, findet man hier tolle Kleider, Accesoires und auch Make-Up. Wer Lust hat, kann sich auch gleich noch ein Tatoo stechen lassen oder einfach dem DJ zukucken. Im TOPMAN kommen auch Männer bestens auf ihre Rechnung.

Die Westminster Abby andererseits kennt den Sonntag noch und ist heute nur für Kirchengänger geöffnet. Da wir aber nur einen kurzen Blick in die mächtige Kirche wo Prinz William seine Catherine zur Frau genommen hat werfen wollen, lassen wir es mit dem Kirchengang sein und zeigen unseren Gästen lieber unsere Behausung.

Zu Hause in West Kensington gönnen wir uns eine kleine Stärkung und lassen uns zu viert auf unserem Bettsofaklappteil nieder, ziehen die Vorhänge und gönnen uns ein Nickerchen.
Mit neuen Kräften gehts dann auf zur HTB Bromton Road wo wir seit dem zweiten Sonntag hier in London jeweils um 7pm anzutreffen sind. Für einmal leitet Tim Hughes, der sonst in der HTB Onslow Square musiziert, den Worship. Nicky Gumbel lädt zum Alpha-Kurs ein und meint, dass die vierte Woche eine der besten sei um einzusteigen. Das hat er aber auch schon von der zweiten und dritten gesagt. Nicky Lee, Gründer des Ehe-Kurses, führt heute in eine Serie zum Thema Beziehungen ein, die über fünf Sonntage dauern soll.
 

Der Hunger führt uns später nach Chinatown, wo wir wieder einmal vor einer Londoner Reizüberflutung stehen. Zu viele Angebote, zu viel Auswahl und alles ist sehr rot hier. Wir entscheiden uns für etwas ohne tote Enten im Fenster und treten in ein eher kleineres Lokal mit hässlichem Teppichboden. Es riecht nach Chlor und Altersheim. Zu spät um umzukehren! Meine (Sarah) einzige Bedingung ist jeweils, dass ein paar Tische besetzt und Leute am essen sind. Die Bedingung ist erfüllt und wir sind auch hungrig.
Das Menu gibts sympatischerweise in
Chinesisch und Englisch sowie auch Set-Menus. Praktisch. Man ordert ein Set-Menu für vier Personen und dann kommen einfach ein paar verschiedene Vorspeisen, ein paar verschiedene Zwischenspeisen und dann ein paar verschiedene Hauptspeisen. Gleich als die charmante Chinesin orangefarbene Würmli und zwei drei andere Gerichte auf den Tisch stellt, probiert Stefan schon mal fleissig. Auch ich favorisiere ein Gericht und schöpfe schon mal gründlich davon, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob das auch Teil unseres Set-Menus ist.

 Auch die orangen Würmli, die uns allen sehr munden, scheinen uns nicht in unserem Menu erwähnt. Gerade als Stefan nachfragen will, was denn die orangen Dinger sind, greift die Chefchinesin nach den orangen Würmli sowie meinem Lieblingsgericht und serviert es ohne Schulterzucken am Tisch hinter uns. Falsche Lieferung! Stefan protestiert und meint, er mag doch die orangen Würmli, bei denen es sich übrigens um fritiertes Rindsfleisch handelt. Die Chefchinesin klopft ihm auf die Schulter und lächelt...

Und es wird Abend und wieder Montagmorgen. Stefan und Sarah sind am Fliessband, während Mistelis den Tower of London schliesslich von innen besichtigen. Wir treffen uns erst am Dienstagmorgen in Notting Hill Gate zum Abschiedsfrühstück.

Ihr lieben Mistelis, es war schön mir euch! Bis bald, eure Baurs.

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